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Wenn dich die Lust auf Leben packt, dann öffne die Türe und tritt hinaus in die Weite der Welt…

Frohes neues Jahr 2015!

Möge das neue Jahr dir und deinen Liebsten, mir und allen Menschen auf dieser Erde Frieden, Freude, Gesundheit und innere Zufriedenheit bringen! Mögen sich unsere Seelen auf dieser Erde entfalten und ihren Weg voller Zuversicht und Vertrauen gehen! Mögen wir alle weiterhin glücklich sein – in unserem kreativen Tun und Sein! Möge die bedingungslose Liebe in uns wachsen und wachsen!

Mein Glück ist selbst gebacken… natürlich zauberhaft, kreativ und mit viel LIEBE…

2014-12-31 10.59.01

Der Herbst ist ins Land gezogen…

2014-10-09 14.56.19Die Blätter rieseln bunt gefärbt von den Bäumen – ein herrliches Geräusch, wenn der Wind durch die Äste fährt und das Laub zum Herabregnen bringt!

Weniger schön finde ich den herbstlichen Nebel, wenn er sich trüb und undurchdringlich über die Landschaft legt. Dann erinnere ich mich gerne an voriges Jahr, als ich zu genau dieser Zeit in Kroatien bei Ivan war. Dort gab es keinen Nebel, manchmal Regen, aber meistens blauen Himmel, Sonnenschein und milde Temperaturen.

Ja, die Erinnerungen an meine Reise schlafen in einer Art Kiste, die nicht am Dachboden steht, sondern in mir verwahrt wird. Manchmal wühle ich gerne darin und lächele dann. Es tut gut, an die vielen Erlebnisse zu denken, die wohligen Gefühle in mir ein wenig abgeflaut, aber noch immer sehr angenehm wahrzunehmen und in Gedanken die schönen Plätze zu besuchen.

Und dann frage ich mich, oder manchmal will es auch jemand Anderer wissen, ob ich gerne wieder wegfahren würde. Doch es ist kein Sog, wie damals als ich meine Reise plante, mehr da. Ganz im Gegenteil: In mir ist Ruhe und Zufriedenheit eingekehrt und ich weiß wieder einmal, dass ich am richtigen Ort bin – genau da, wo ich momentan sein will!

Auch wenn mir die kühlen Temperaturen, vor allem morgens, gar nicht behagen und ich mich nach Wärme und Sonne sehne. Ich mag den Herbst hier in Österreich, am liebsten natürlich, wenn er sich mir so bunt, klar und lebendig wie dieses Wochenende in der Steiermark präsentiert. Gerade heute habe ich auf meinem kleinen Spaziergang zur Enns intensiv an die Reise gedacht, als ich die Schneeballbeeren pflückte. Das Sammeln von Früchten und Kräutern hat mir auf der Reise sehr viel Spaß gemacht. Das tut es auch hier…

In den letzten Wochen bin ich leider nicht oft dazu gekommen, an meinem Buch über die Reise zu schreiben. Ständig kommt irgendetwas dazwischen. Ursprünglich habe ich versucht, eine Art Arbeitsplan für die gesamte Woche anzulegen und darin genau einzutragen, was ich in der Woche erledigen wollte. Doch oft hielt ich mich nicht an meinen Plan, und dann habe ich aufgehört zu planen. Ich entscheide gerne spontan und je nachdem, was gerade ansteht, was ich tun will. Und dabei bleiben manchmal auch mir wichtige Tätigkeiten auf der Strecke, weil im Moment etwas Anderes dringender erscheint.

Ich denke viel über meine beruflichen Wünsche nach. Anfangs wünschte ich mir, dass ich auf meiner Reise so etwas wie eine Erleuchtung habe; doch irgendwie kam sie nicht. Oder ich habe sie nicht erkannt. Auf jeden Fall kam ich zurück von der Reise und hatte das Gefühl, genau dort zu stehen, wo ich vor meiner Abreise stand. Schließlich habe ich intensiv nachgedacht und überlegt, welche Arbeiten ich wirklich gerne an den verschiedenen Orten ausgeübt habe. Da stellte ich fest, dass ich immer und überall viel, gerne und oft gekocht habe. Und dann hatte ich so eine Idee… Du kannst mehr darüber erfahren, wenn du dir meinen neuen Blog ansiehst: http://zauberhaftekuechenkunst.wordpress.com/DSC_0264

Bis bald!

Zuhause…

Hat der Begriff „Zuhause“ nach meiner langen Reise und den vielen Erlebnissen nun eine neue Bedeutung erhalten?

Vielleicht hat er das… vielleicht ist es nur mein Gefühl, das sich verändert hat. Wie auch immer, seit fünf (!!!) Tagen bin ich nun zuhause und fühle mich sehr wohl. Zuhause mag der Ort sein, an dem sich der Großteil meines Lebens abspielt, doch draußen, wo mir bis vor Kurzem das Meiste fremd war, gibt es einige Orte, an denen ich mich in vielen Augenblicken meines Reiselebens auch zuhause gefühlt habe.  Doch alle bereisten Orte waren bloß ein Zuhause auf Zeit. Ich weiß nun, dass es unzählige wunderschöne Plätze in Europa gibt, dass es so viele liebe, herzliche, gute Menschen gibt, und dass ich mich nirgendwo fremd fühlen muss. Zuhause in diesem Sinne ist vor allem das Gefühl, das in mir entsteht, wenn sich mir ein Ort schön, kraftvoll und einladend präsentiert. Dann kann ich seine Energie in mich aufnehmen, meine Liebe teilen, in Austausch gehen…

Doch dieses Zuhause hier ist anders: Es ist der Ort, zu dem ich mich hingezogen fühle, der sich weich und warm anfühlt; es ist der Ort, an dem ich bleiben will… Keiner der Orte, die ich kennen lernen durfte, konnte mich festhalten, denn ich war nicht auf der Suche nach einem neuen Zuhause, auch wenn es Momente gab, in denen ich die innere Freiheit genoss, jederzeit irgendwo bleiben zu können.  Doch interessanter Weise stellte sich an jedem Ort, wo ich länger verweilte, eher das Gegenteil ein: Irgendwann nach spätestens zwei, drei Wochen verspürte ich den Wunsch und die Freude weiterzureisen, zum nächsten Ort zu fahren, mich weiterzubewegen.

Der Anschluss meiner Reise war dem Beginn der Reise, wo es kaum ein Ankommen gab, sondern Großteils ein ständiges Weiterziehen unseren Reisealltag prägte, sehr ähnlich. Auch in den letzten fünf Wochen gab es kaum ein Ankommen an einem Ort: Ich streifte viele Städte, verschiedene Landschaften und einige Menschen, ohne ein Gefühl der Verbundenheit zu entwickeln oder zuzulassen. Es war mehr wie eine kurze Begrüßung, ein Händeschütteln, an einigen Plätzen vielleicht wie ein sanfter Kuss. Mehr wollte ich – wollten wir nicht…

Was steht nun an: Viel Arbeit in Haus und Garten, der sich in den letzten vier Wochen trotz unserer Haussitter in eine Wildnis verwandelt hat… und jede Menge Verdauungsprozesse, die teilweise still und unbewusst in mir ablaufen, und die ich wohl in meinen wieder einmal ziemlich dichten Alltag integrieren muss.

Was passiert nun mit diesem Blog? Ich weiß es noch nicht. Ich glaube, dass es durchaus sein kann, dass ich in der nächsten Zeit das Bedürfnis verspüren werde, einige dieser Verdauungsprozesse schriftlich kundzutun oder auch nur Gedanken zur Reise festzuhalten.

An dieser Stelle will ich mich bei allen Leserinnen und Lesern für die virtuelle Begleitung auf meiner Reise bedanken! Es war schön, euch dabei zu haben…

Lasst es euch gut gehen – und eure Träume wahr werden!

 

Lettland…

Lettland Camping (26)

Strand Lettland

Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen waren mir bisher bloß namentlich ein Begriff, wobei ich aber niemals wusste, wo genau sie liegen und wie ihre Hauptstädte heißen. Es hat ein wenig gedauert und bedurfte der Hilfe des Navigationsgerätes, das den Ort Riga in Litauen nicht finden konnte, bis ich herausfand, dass die Abkürzung LV nicht für Litauen, wie ich angenommen hatte, sondern für Letvja, also Lettland steht. Das südlichste dieser drei Länder ist Litauen mit der Hauptstadt Vilnius. Nun gut, jetzt habe ich wieder etwas dazugelernt.

Juli 2014 Tallinn (96)

Tallinnn

Estlands Hauptstadt Tallin, die wir mit der Fähre erreichten, gefiel mir sehr gut: Die mittelalterliche Innenstadt, sehr gepflegt und hübsch renoviert, wenn auch touristisch ausgerichtet, war sehr belebt. Die Restaurants und kleinen Läden lockten Gäste an, indem das zumeist junge Personal mittelalterlich gekleidet, also sehr dekorativ und hübsch anzusehen, auf der Straße die Speisekarte oder die Waren den Passanten anbot.  An jeder Ecke konnte man gebrannte Nüsse probieren, die von hübschen jungen Frauen verkauft wurden. Auf dem Domberg thront die wunderschöne, weiße russisch-orthodoxe Alexander-Kirche, ein kleines Stück davon entfernt findet man Tallins älteste Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die anfangs katholisch und seit dem 16. Jahrhundert evangelisch ist. Gut erhalten sind auch noch Teile der Stadtmauern und die Türme der Tore.

Juli 2014 Tallinn (109)

Fensterplatz in Tallinn

Vom rumpligen Straßenpflaster war Felix gar nicht begeistert, denn darauf konnte er mit seinem Roller nicht fahren. Das führte wiederum dazu, dass er sehr schnell müde wurde und keine Lust hatte, noch mehr der entzückenden Gässchen kennenzulernen. Klaus zog es ebenfalls vor in einem der Lokale (Er wählte ein sehr schön hergerichtetes Lokal, in dem man direkt oben auf der breiten Fensterbank sitzen konnte, quasi in der Auslage.) eine Pause einzulegen und sich (endlich!) ein Bier zu gönnen.  Das Sitzen an diesem besonderen Platz mit herrlichem Blick auf die Gasse war durchaus sehr gemütlich, aber was folgte, war ziemlich schmerzhaft. Wir hatten gerade diskutiert, wann und wohin unsere Fahrt weitergehen sollte. Klaus und Felix schienen auf schnellstem Wege in die Heimat fahren zu wollen, denn sie hatten irgendwie Heimweh nach Kritzendorf. Mir gefiel das ganz und gar nicht, denn ich wollte noch ein wenig das mittelalterliche Flair dieser Stadt genießen und am nächsten Morgen den Markt besuchen. Ich liebe Märkte, vor allem die lebendigen Märkte, wie man sie meistens in östlichen Ländern findet. Da werden nicht nur Obst und Gemüse feilgeboten, sondern auch alles Mögliche: Gewürze, Nüsse, Bekleidung, Souvenirs und sonstige Waren – also alles, was Mensch so brauchen könnte… Ich liebe es zu schauen, zu riechen, die Menschen zu beobachten und auch da und dort Früchte oder Gewürze oder etwas Besonderes zu erstehen.

Lettland Camping (12)

Strand in Lettland

Wir diskutierten zwar, aber kamen zu keiner wirklichen Lösung. Na ja. Felix hatte dann (natürlich unbewusst…) die Sache zu seinen Gunsten entschieden: Er entschloss sich aus dem Fenster hinunter auf die Gasse zu springen, was nicht wirklich sehr hoch war. Doch leider stolperte er über den Fensterrand und stürzte hinunter auf die Gasse. Lautes Gebrüll und Weinen folgte, beide Knie waren aufgeschunden und Felix wusste sofort: Er konnte keinen Schritt mehr gehen, sondern musste getragen werden. Tja, Felix tragischer Fenstersturz hatte es entschieden: Durch die Stadt zu spazieren war nun unmöglich; also trug ihn Klaus zum Auto und wir (ich ziemlich widerwillig!) verließen diese schöne Stadt und fuhren Richtung Süden. Nach zwei Stunden Autofahrt machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Platz zum Übernachten, was sich als nicht so leicht herausstellte. Ich wollte gerne einen Platz in Strandnähe, weil es das letzte Stück entlang des Meeres war und somit die letzte Gelegenheit, im Meer zu baden. Ab Riga würden wir nur im Landesinneren unterwegs sein. Einige Male bogen wir von der Straße in Richtung Meer ab, doch jedes Mal endete der Weg irgendwo, nur nicht in Strandnähe. Klaus ist außerdem nicht der geborene Wildcamper, auch wenn es in den von uns bereisten Ländern aufgrund des Allemannsrechtes erlaubt ist. Also begaben wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz, wobei  sich diese Suche nicht viel einfacher gestaltete; so mancher Wegweiser zu einem Campingplatz führte uns in die Irre. Schließlich erreichten wir einen kleinen Campingplatz mitten im Nirgendwo. Ein Wohnmobil parkte auf einer großen gemähten Wiese, sonst war kein Mensch zu sehen. Da es schon nach zehn Uhr abends war, wunderte es uns nicht ganz so sehr. Also öffneten wir in Windeseile (Gelsenalarm!!) unser Zelt und verkrochen uns darin. Am nächsten Morgen wirkte der Platz ebenso ausgestorben wie am Abend zuvor und wir entschlossen uns weiterzufahren. Als Klaus vorschlug gleich bis nach Riga zu fahren, hatte ich wieder das Gefühl, auf der Flucht vor irgendetwas zu sein. Der Himmel war blitzblau und irgendwo hinter dem Wald- und Wiesengürtel wartete die baltische See auf mich… Nein, damit wollte ich mich nicht zufriedengeben! Das konnte es doch nicht sein, dass wir nun durch diese Länder einfach durchrasen! Diesmal hatte ich Glück: Kein Fenster in der Nähe, aus dem sich Felix stürzen könnte, und sonst passierte auch nichts, was uns zwang weiterzurasen. Wir entdeckten einen wunderschönen Campingplatz direkt am Meer, weit weg von der stark befahrenen Straße, der uns allen gefiel.

Lettland Camping (1)

Camping in Lettland

Nun sitze ich gemütlich in meinem Campingstuhl, auf meinem Schoß der Laptop, vor mir die (leider) sehr kalte, aber herrliche Baltische See. Neben mir sitzt Felix am Tisch und beschäftigt sich mit Maßstäben, wobei sein Blick öfters herum streift und seine Motivation zu lernen immer mehr abnimmt. (Eigentlich sind ja Ferien, aber Felix hat im Juni beim Lernen viel getrödelt, so dass er nun den Stoff vom Juni in der Ferienzeit durcharbeiten muss… Das war seine Entscheidung.)

Gestern haben wir beschlossen, unser Schlauchboot aufzupumpen und eine kleine Ausfahrt zu machen, damit wir es wenigstens nicht ganz umsonst die ganze Reise mitgeführt haben. Als wir es zum ersten Mal in Schweden auf den Schäreninseln aufpumpen wollten, mussten wir leider feststellen, dass wir die Pumpe vergessen hatten. Daraufhin hatten wir beim nächsten Einkauf eine besorgt, aber keine Gelegenheit mehr gehabt, das Boot zu benützen.  Wir hatten es auf unserer ersten Bootsfahrt sehr nett, paddelten das Ufer entlang und ließen uns dann von den sanften Wellen zurücktreiben. Abends spazierte ich den Strand entlang, während sich die Sonne dem Horizont näherte und den Himmel in ein helles Orangerot tauchte.

Lettland Camping (115)

Camping in Lettland

Dieser Campingplatz (Ich stelle gerade fest, dass ich nicht einmal weiß, wie er heißt und in welchem Ort er genau liegt…) hat eine lange und tragische Geschichte hinter sich. Der Besitzer dieses 13 Hektar großen Areals, auf dem ehemals von seiner Familie eine Ziegelfabrik betrieben  wurde, wurde von seinem Besitz vertrieben, als die Russen die Herrschaft übernommen hatten. Dann wurde aus der Ziegelfabrik eine Fischverarbeitungsanlage. Erst in den neunziger Jahren, als Lettland wieder seine Unabhängigkeit erlangte, konnte der rechtmäßige Besitzer aus seinem Exil zurückkehren, musste allerdings erst darum kämpfen, seinen Besitz wieder zurückzubekommen. Nun ist der Mann über sechzig Jahre alt und betreibt diesen gut ausgestatteten Campingplatz zusammen mit seiner Tochter und ihrem Mann. Ein kleines Paradies in Lettland ist das hier…

Morgen wollen wir uns zeitig auf den Weg nach Riga machen. Dort gibt es einen großen Mark, den ich unbedingt besuchen will. Natürlich interessiert mich auch die Hauptstadt selbst ebenso. Die Zeit wird für einen kleinen Eindruck reichen, denn schon am Abend werden wir nach Litauen weiterfahren. Viele Kilometer wollen noch gefahren werden, aber nur noch wenige Tage stehen uns dafür zur Verfügung. In Litauen würde ich gerne die Stadt Kaunas besichtigen, denn die Hauptstadt Vilnius liegt nicht direkt auf der Strecke nach Polen (wo ich sehr gerne Warschau und Krakau ein wenig kennenlernen würde). Mal sehen, was uns noch anzieht…

Link zum Webalbum Schweden, Finnland, Tallinn, Lettland: https://picasaweb.google.com/lh/sredir?uname=107226096421918417097&target=ALBUM&id=6038965611778252385&authkey=Gv1sRgCOPUmdmLub3DjgE&invite=CPXmp-kN&feat=email

Tallinn im mittelalterlichen Flair

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Finnland…

Unser Aufenthalt in Finnland ist von relativ kurzer Dauer und ich merke, dass ich nicht mehr sehr aufnahmefähig bin. Irgendwie sind die letzten Wochen verflogen, ich bin angenehm satt von den vielen Eindrücken und auch ein wenig müde und strapaziert von der neuen Konstellation auf meiner Reise. Klaus und ich mussten uns als Reiseteam erst einspielen, was nicht immer leicht war, weil unsere Bedürfnisse doch gelegentlich auseinander drifteten. Und nun bleibt uns nur mehr eine Woche, in der wir durch die baltischen Länder und Polen in Richtung Heimat reisen. Viel gäbe es zu erzählen, doch meistens verbringe ich die Zeit lieber mit anderen Aktivitäten als mit dem Laptop… Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, dass ich nicht alles in meinem Zeitplan unterbringen kann. Ich muss eben auch auf der Reise Prioritäten setzen.

Unseren ersten Tag – oder besser gesagt Abend verbrachten wir in Finnland in der Nähe des entzückenden kleinen Ortes Naatali am Ufer eines Sees. An diesem Tag war es gar nicht leicht, ein nettes Plätzchen zum Übernachten zu finden. Es dauerte ewig lange, bis wir schließlich einen Badestrand in einem ruhigen Ort ausfindig machten, wo wir niemanden störten. Hier auf den finnischen Schäreninseln führt jeder kleiner Weg zu einem Wochenendhäuschen, ohne Möglichkeit dazwischen irgendwo über Nacht gemütlich stehen zu bleiben.

Doch dieses endlos scheinende Herumgekurve brachte uns einen großen Gewinn: Mein Wunsch, einen Elch in freier Natur zu sehen ging in Erfüllung! Im Licht der Abenddämmerung, am Rande eines Wäldchens stand er da und blickte auf die Straße. Klaus sah ihn zuerst, ich hielt sofort an und schob ein Stück zurück und da sah ich es, dieses große, braune Tier mit weit geöffneten Augen und riesigem Geweih. Leider hatte der Elch keine Lust auf länger andauernden Kontakt und war auch nicht bereit darauf zu warten, dass ich die Kamera zückte… Ich war trotzdem beeindruckt und meine Laune besserte sich schlagartig. Kurz darauf parkten wir an dem See, aßen eine Kleinigkeit und fielen müde ins Bett.

Naantali mit seinen alten Holzhäusern gefiel mir sehr gut, auch Helsinki hinterließ einen positiven Eindruck, wenn es auch nicht leicht war, einen günstigen Parkplatz zu finden. Klaus ist ein wenig frustriert, weil hier in den nordischen Ländern alles sehr teuer ist, und man sich nicht einmal ein Bier (Ein Bier kostet hier in Finnland in etwa 6 Euro…)an einem schönen Platz gönnen kann…

Also verlassen wir morgen den teuren Norden – den wir doch durch diese Art des Reisens relativ kostengünstig erleben konnten – und fahren mit der Fähre nach Tallinn, Estland. Viel Zeit haben wir nicht mehr für die baltischen Länder und Polen… Nächsten Samstag oder Sonntag müssen wir wieder zurück in Österreich sein.

(Bilder werde ich wohl erst posten, wenn ich wieder in Österreich bin… Sorry!)

Auf der Fähre nach Turku…

Letzte Nacht haben wir – nach einer kleinen Rundfahrt durch die Stadt – im Hafen von Stockholm übernachtet – natürlich in unserem Dachzelt. Wir waren nicht alleine: Drei Wohnmobile standen bereits vor dem Checkin-Schalter, um wie wir am nächsten Morgen zeitig einchecken zu können. Um sieben Uhr zehn legte dann das riesige Fährschiff in Richtung Finnland ab. Müde von der kurzen Nacht schlief ich nach dem Frühstück auf dem Deck ein…

Nun dauert es noch eine Stunde und wir sind am Ziel!

Der hohe Norden…

Anfangs waren wir uns nicht sicher, ob es passend wäre, die gesamte Segeltour mitzumachen. Am Sonntagabend erwartete unsere Gastfamilie nämlich Gäste aus Russland, die ebenfalls mit uns segeln wollten. Ob es genügend Platz auf dem Boot geben würde? Tobias, unser Kapitän, hatte da keine Bedenken. Man konnte auf den Sitzbänken oder auch auf dem Boden schlafen. Damit hatten wir auch kein Problem; außerdem freute ich mich, die Familie aus St. Petersburg kennenzulernen. Also zogen wir aus der gemütlichen Kabine aus – dort sollten Natascha und Sergej untergebracht werden – und entschlossen uns, oben im Vorzelt beim Steuerrad zu schlafen. Felix schlief drinnen auf dem Boden, die anderen Jungs verteilten sich auf die Sofabänke. Auch wenn es durch die vierköpfige Familie enger wurde, fühlten wir uns alle miteinander wohl und teilten uns die Arbeiten, die anfielen ohne viele Diskussionen auf: Klaus und ich kochten viel und übernahmen öfters die kleine Sonja, während die zwei Russen Tobias beim Segeln und Steuern unterstützten. Wir verbrachten wunderschöne drei Tage zusammen in dem Fjord von Oslo, bevor wir am Samstag diese liebe Gastfamilie endgültig verließen.
Unsere Route führte uns dann in den Norden zum Sognefjord und weiter über das beeindruckende Gebirge des Nationalparks Jostadalen. Wir schwammen im blaugrünen Fjord, wanderten zu Wasserfällen und zu einem Gletscher, übernachteten an traumhaften Plätzen mit Blick über Seen, Bäche und die höchsten Berge Norwegens. Mit dem Wetter hatten wir viel Glück: Viel Sonnenschein, kaum Regen (Ein heftiges Gewitter haben wir schon erlebt; dabei wurde eine Straße verschüttet und wir mussten einen größeren Umweg fahren.), ein paar Wolken und angenehme Temperaturen. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht heraus, denn ständig gab es etwas zu entdecken: Wasserfälle, die sich aus gewaltiger Höhe in die Tiefe stürzten, sprudelnde Flüsse und Bäche, glasklare Gebirgsseen, weite Schneefelder und bläuliche Gletscher, die im Sonnenlicht funkelten. Wir tranken das frische, kühle Wasser aus den Gebirgsbächen, badeten in den eisigen Seen und lauschten den gurgelnden, sprudelnden Bächen.
Gestern haben wir schließlich Norwegen verlassen und sind nun auf den Straßen Schwedens in Richtung Stockholm unterwegs – wahrscheinlich sind wir schon in Stockholm angekommen, wenn ich dies hier poste. Landschaftlich gefällt mir diese Strecke weitaus weniger, was wohl kein Wunder ist, weil die Strecke durch Norwegen viel abwechslungsreicher und spektakulärer war. Hier in Schweden fahren wir kilometerlang durch waldreiche Landstriche, wobei der Wald Großteils nicht besonders schön ist: Trotz des vielen Regens, den es hier gibt, scheint der Boden trocken (weil sehr felsig)zu sein, die Bäume wirken verkümmert und krank. Weite Flächen sind gerodet, vom Wind ausgerissene Bäume liegen oft herum und nicht einmal die zahlreichen Seen und Bäche, die immer wieder links und rechts von der Straße auftauchen, beeindrucken uns… Nun bin ich froh, dass wir uns entschlossen haben, nach Oslo noch ein Stück in den Norden Norwegens zu fahren, statt gleich nach Stockholm aufzubrechen.
In Stockholm wollen wir entscheiden, wohin wir weiterfahren. Leider ist Felix ziemlich verkühlt, hat dadurch ein bisschen Heimweh und ist gar nicht gut gelaunt. Mich nervt und ermüdet momentan das öde Fahren – die letzten 500 Kilometer wirken durch die immer gleiche Landschaft sehr monoton und endlos lang…

Webalbum: https://picasaweb.google.com/lh/sredir?uname=107226096421918417097&target=ALBUM&id=6036339165753126513&authkey=Gv1sRgCNzI8-P3yJTjYA&invite=COj3gI8L&feat=email

Das Segelboot…

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Oslo

Wie glücklich wir uns schätzen können! Unsere Gastfamilie ermöglicht es uns, eine Stadt von einer völlig anderen Seite kennenzulernen: Bisher sind wir meistens durch eine Stadt spaziert, haben einige Sehenswürdigkeiten besichtigt oder sind einfach durch die Straßen geschlendert. Doch die norwegische Stadt Oslo lernen wir ganz anders kennen… Zunächst verbrachten wir eine Nacht in dem gemütlichen, wenn auch etwas chaotischen Heim unserer Gastfamilie (sie haben drei süße Kinder –Sonja ist neun Monate alt, Samuel drei Jahre und Sebastian 10!)und sahen nicht viel von der Stadt, da sie am Stadtrand wohnen und rundherum nichts als Einfamilienhäuser und Bäume zu entdecken sind. Wir kochten gemeinsam und lernten uns beim Abendessen ein wenig kennen. Gegen ein Uhr in der Nacht – es war noch immer hell, wenn auch bereits dämmrig! – ziehen wir uns in das kleine Zimmer, das uns zur Verfügung gestellt wird, zurück.

Am folgenden Tag schafften wir es nicht, wie geplant in die Innenstadt zu fahren: Die Wäsche wollte gewaschen werden und für die Bootstour  (Die Familie besitzt ein wunderschönes, großes und neu erstandenes Segelboot.) mussten wir auch einiges herrichten, so dass wir gemeinsam mit Katja erst um fünf Uhr am Nachmittag das Haus verließen. Drei Stunden später hatten wir es uns auf dem Segelboot gemütlich gemacht und legten ab. Das Meer war leider spiegelglatt, kein Lüftchen wehte und wir ließen uns statt durch Windkraft mittels Motorkraft über das Wasser tragen. Felix freute sich riesig, stellte viele Fragen und genoss es sich wie ein kleiner Kapitän zu fühlen.

Und dann rückte der alte Stadtteil Oslos immer näher: Bereits aus der Ferne entdeckten wir die zwei beleuchteten Türme des Rathauses und die ebenfalls im Scheinwerfer Licht erstrahlende Festung. Aus dieser Perspektive hatten wir uns bisher keiner Stadt genähert. Tobias fuhr langsam durch die Buchten Oslos, während Katja uns die einzelnen Gebäude, an denen wir vorbei kamen, erklärte.  In den Restaurants und Cafés am Kai saßen viele Menschen, an einem anderen Ende der Stadt wurde offensichtlich ein Fußballmatch verfolgt und wir durften vom Meer aus einen besonders schönen Eindruck dieser Stadt mitnehmen.

Wir ankerten in einer stilleren Bucht, wo wir ohne jegliches Schaukeln ziemlich spät einschliefen.

Heute legten wir an einer Halbinsel Oslos an und besichtigten das Folkmuseum, in dem uns die Geschichte Norwegens sowie die Lebensweise der Norweger in den letzten drei Jahrhunderten in sehr anschaulicher Weise präsentiert wurde.

Nun segeln wir mit weit geblähten Segeln über das etwas bewegte Meer und sind angenehm gesättigt mit wunderschönen Impressionen ohne auch nur einen Fuß in die Innenstadt Oslos gesetzt zu haben.  Ja, der Norden ist trotz des vielen Regens, den wir bereits erlebt haben und den nicht so heißen Temperaturen, auf eigene Art und Weise sehr besonders – ebenso wie die Art, wie ich ihn erleben darf!

In Oslo angekommen…

Grau in Grau verschmolzen der Himmel und das Meer in Rossö, als wir in unser voll bepacktes Auto stiegen und uns auf dem Weg nach Oslo machten. Zum Glück hatten wir die trockenen Stunden am Vorabend genützt, um alles reisefertig zu machen, was bedeutet: Koffer, Säcke und Kisten möglichst systematisch verstauen, Zelt abbauen und ebenfalls ins Auto packen, Sitze frei räumen und überlegen, was denn alles griffbereit sein sollte – Frühstück und Wasser zum Beispiel. Zum Glück – denn in der Nacht begann es wieder zu regnen. Morgens als wir aufwachten war der Himmel wolkenverhangen und wir beeilten uns, das Dachzelt abzutrocknen und hinunter zu kurbeln.

Dann fuhren wir los. Je weiter wir in den Norden fuhren, umso sonniger wurde es. Oslo empfing uns schließlich mit blauem Himmel und angenehm warmer Temperatur. Mühelos – dank Klaus Navi! – fanden wir das gemütliche Haus in einem Randbezirk Oslos, das eine Familie mit drei Kindern bewohnte…

Nun ist es ein Uhr morgens, der Himmel verdunkelt sich langsam, ich bin müde und sage euch Gute Nacht!

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